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Mein Krankenhausaufenthalt Teil 1

Mein Krankenhausaufenthalt Teil 1

Lange habe ich überlegt, ob ich überhaupt hier darüber schreibe, nun habe ich mich dafür entschieden denn ich denke, es kann mir auch helfen meine Erfahrungen der letzten Wochen zu verarbeiten. Wie ihr sicherlich bemerkt habt, ist hier die letzten Wochen gar nichts passiert und das hatte natürlich seinen Grund. Ich war die ganze Zeit im Krankenhaus und habe dort eine Menge erlebt.
In mehreren Posts möchte ich euch erzählen, wie meine letzten Wochen verlaufen sind.

Fangen wir ganz am Anfang an.
Ich war ja seit über einem halben Jahr fast nur noch krank. Seit Dezember hatte ich Fieber und Schnupfen und kein Arzt konnte mir wirklich helfen. Irgendwann bin ich dann wieder arbeiten gegangen. Ich fühlte mich schlecht und war total schlapp. Wie ihr alle wisst, arbeite ich ja in einer Kinderkrippe, ich dachte also, dass ich mich immer wieder bei den Kleinen anstecke. Als ich mich an einem Tag mal wieder sehr schlecht fühlte, kam eine Mutter (Ärztin) auf mich zu und fragte mich, was denn los sei. Kurz erzählte ich ihr von meinen letzten Wochen und schnell bemerkte sie das mit mir etwas nicht stimmt. Sie hat mir angeboten, dass ich zu ihr ins Krankenhaus komme und sie mich dort mal von Kopf bis Fuß untersucht. Gesagt, getan!
Am Untersuchungstag hat sie also Blutwerte genommen, ein EKG geschrieben und ein Röntgenbild gemacht. Nach dem Befund des Röntgenbildes sagte sie nur zu mir ich solle mich mal bitte setzen. Auf dem Bild war ein Rundherd sowie eine schwere Lungenentzündung zu erkennen. Der Rundherd machte mir schon zu diesem Zeitpunkt große Sorgen, da ich direkt an einen Tumor dachte, die Vermutung lag aber auf ein Infiltrat der Lungenentzündung oder einen vergrößerten Lymphknoten.
Ich wurde sofort stationär aufgenommen und mit Antibiotika versorgt. Am nächsten Tag musste ich ins CT, damit die Ärzte genauer schauen konnten. Gestresst habe ich auf das Ergebnis gewartet…. Endlich war es so weit und ein Arzt kam mit einem Zettel in mein Zimmer. Er fragte mich, ob ich im Ausland war und viel mit Vögeln zutun hätte, denn durch das CT wäre der Verdacht aufgekommen, dass ich an Tuberkulose erkrankt sei. Ich konnte mir das nicht erklären und wusste auch nicht woher ich so etwas haben sollte. Der Arzt verordnete dann eine Bronchoskopie um eine Gewebeentnahme zu bekommen. In meinem Kopf war immer noch der Tumor verankert, obwohl alle Ärzte meinten, dass nichts danach aussehe und es wahrscheinlicher sei, das ich von einem Auto überfahren werde.
Nach dem Wochenende war denn endlich die Bronchoskopie, ich bekam eine leichte Narkose, wo man allerdings noch ein bisschen was mitbekommt. Von der Untersuchung ansich weiß ich nichts mehr, aber von dem, was danach geschah. Meine erste Frage noch im Untersuchungsraum war: “Ist es ein Tumor?” Der Arzt gab mir die Antwort: “Leider JA!”
Ich fragte weiter: “Gut oder bösartig?” Er meinte: “Das kann man nicht genau sagen, alles deutet auf ein Karzinoid hin und dieser Tumor wäre eine Mischung aus gut und bösartig.”
Ich habe nichts mehr gesagt. Wenige Minuten später kam ein Pfleger, der mich wieder auf mein Zimmer brachte. Ab diesem Zeitpunkt habe ich nur noch geweint, ich wusste nicht mehr, was ich fühlen sollte und konnte nicht begreifen, was da gerade mit mir passiert. Meine letzte Hoffnung war es, das der erfahrene Arzt sich getäuscht hat und die Histologie einen anderen Befund für mich hat. Dem war aber leider nicht so und somit  wurde mir noch einmal gesagt: “Es tut uns sehr leid, aber sie sind an einem sehr sehr seltenen Tumor erkrankt, der zu den bösartigen zählt und somit müssen wir ihnen leider sagen, das wir von Krebs sprechen.
Am selben Abend stand ein Psychiater bei mir am Bett, der sicher gehen wollte, dass ich mir nach diesem Befund nichts antue. Ich wurde richtig wütend und sagte ihm unter Tränen das ich leben möchte und Angst habe zu sterben und mir deswegen sicherlich nichts antue. Er glaubte mir und lies mich zum Glück schnell zu frieden. Ich wollte zu diesem Zeitpunkt einfach nicht darüber reden, ich wollte einfach nur Ruhe.
Am nächsten Tag wurde ich direkt im selben Krankenhaus auf die Thorax-Chirugie verlegt……

Karzinoid Lunge

  1. J e n ♥

    25 April

    Oh, das tut mir so leid /: Da kann man auch nix anderes zu schreiben.
    Ich hoffe in deinem nächsten 'Bericht' wendet sich das alles zum Guten. Trotzdem wünsche ich dir viel Kraft!

  2. Oh nein :((( Das ist schrecklich!! Kann man ihn heilen? Gibt es Chancen dass du den Krebs besiegst?

    • Ja die Chance gibt es, ich habe es so gut wie geschafft. Werde noch ausführlich darüber berichten. Ich dachte immer das man Lungenkrebs nur sehr sehr schwer heilen kann, aber ich wurde eines besseren belehrt 😉

  3. Es tut mir wirklich leid für dich. Ich hoffe das die Ärzte dir dennoch helfen konnten bzw helfen können.

  4. Ani_Rose

    25 April

    Ohje 🙁 Ich drücke dir vom ganzen Herzen die Daumen das du wieder gesund wirst. Du schaffst das! Fühl dich lieb umarmt.

  5. Oh mein Gott!!! Ich wünsch dir alles alles Gute & ganz viel Kraft!!!
    Alles Liebe!

  6. Svetlana

    25 April

    ICh finde es zuers teinmal bewundernswert,dass du dies hier auf dem Blog schreibst. Viele würden zurückshrecken doch ich glaube, du gibst damit auch vielen Mut. Habe gerade heute wieder ein Interview mit Sylvie Meis gelesen wo sie von ihrer Krebserkrankung erzählten…

    Ich wünsche dir ganz ganz viel mut und kraft auch weiterhin 🙂

    Liebst
    Svetlana von

  7. Puh, das ist heftig. Ich wünsche dir ganz viel Kraft, dass du den Krebs besiegst!

  8. Auch wenn du es bestimmt nicht hören willst. Es tut mir sehr leid für dich. Ich wünsche dir alle Kraft der Welt, dass es sich bessert.

  9. Ach verdammt Liebes, das ist echt krass 🙁
    Ich drück dich mal gaaaanz dolle und wünsche dir nur das Beste und dass du bald wieder gesund wirst!!!!! <3

  10. Ich möchte dir auch mein tiefes Mitgefühl ausdrücken und wünsche dir ganz viel Kraft!

  11. Ein schlimmer Befund, das wünscht man keinem und man denkt, es kann doch nur anderen passieren, aber nicht mir selbst. Hatte auch Krebs, aber im Kleinkindalter, da ist die Diagnose für die Eltern wesentlich schlimmer als für einen selbst, da man nicht alles versteht.

    Viele Grüße und toi toi toi, dass nichts mehr wiederkommt!!!!!!!!!!
    Moppi

  12. Einige Menschen haben das Einfühlungsvermögen eines Traktors….Dieser Psychiater ist ja auch sehr intelligent! "Sicher gehen, dass du dir nichts antust" wie wäre es mit einem Gespräch, dass dich vielleicht aufbaut oder dir generell nach dieser Nachricht zeit für dich geben? Ich merke, dass dieser Post hier ein wenig älter ist und ich hoffe du hast den Krebs inzwischen besiegt und es geht dir besser! Ich wünsche dir weiterhin alles gute!
    Ganz liebe Grüße,
    Rachel von http://www.chellushsbookworld.blogspot.de

    • Hallo, danke für dein Kommentar.
      Ja mittlerweile habe ich alles gut überstanden, gehe wieder arbeiten und der normale Alltag hat mich wieder. Dafür bin ich auch sehr sehr dankbar 🙂

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