Mein Krankenhausaufenthalt Teil 6

Ich lag nun wieder auf der normalen Station und war darüber sehr glücklich. Meine Schmerzen waren aber immer noch sehr stark und ich konnte nur sehr schwer aus dem Bett aufstehen. Der Weg zur Toilette war sehr anstrengend und ich fühlte mich super schlapp. Vielleicht war ich auch so schlapp, weil ich nichts essen konnte. Vor der OP konnte ich nichts essen, danach auch nicht. Das Essen schmeckte nicht und mein Körper streikte. Immer wenn es mir nicht gut geht, kann ich nichts essen, das war schon immer so. Ich bekam vor der OP schon Flüssignahrung in Shakeform, damit ich wenigstens etwas zu mir nahm. Nach der OP wollte ich nicht mal das.
Als ich wieder im Bett lag und weinte, sagte meine Mama ich solle mal aufstehen und mich an den Tisch setzen. Sie hat mich dann massiert und meine Haare mit Trockenshampoo gewaschen. Ich habe mich gleich wie ein anderer Mensch gefühlt und meine Laune ging ab da, kontinuierlich nach oben.
Am ersten Tag auf der normalen Station wurde auch eine von insgesamt zwei Drainagen gezogen. Ich musste hierbei kurz die Luft anhalten und diese gegen meine Lippen pressen. Es ging sehr schnell und tat dennoch weh. Ich kann euch auch gar nicht sagen, wie oft ich die letzten Wochen geröntgt wurde. Im Bett nach der OP, vor dem ziehen der Drainage, danach usw.! Schätzungsweise wurde ich an die 20x geröntgt.
Meine Nadeln und Schläuche wurden nun also immer weniger. Ich hatte noch eine Nadel und einen Drainageschlauch. Die Nadel wurde alle 3 Tage gewechselt, einmal ging sie dennoch kaputt und meine Hand wurde dick. Nachts bekam ich immer eine 10-Stunden-Infusion. Das war echt nervig, weil das Gerät bei der noch so kleinsten Bewegung Alarm schlug und man dann senkrecht im Bett saß.
In einer Nacht hatte ich einen krassen Traum, er war einfach nur total realistisch und ich könnte schwören, das, ich die Augen aufhatte und wach war. Ich habe geträumt, dass mein Herz aussetzte und ich wiederbelebt werden musste. Am nächsten Morgen habe ich die Krankenschwester gefragt, ob mit meinem Herz wieder alles in Ordnung sei, sie meinte, dass gar nichts gewesen wäre. Ich sagte ihr dann das in der Nacht doch der Arzt bei mir war. Sie beruhigte mich und meinte das ich nur bös geträumt hätte und der Arzt um halb elf ins Bett ging.
In den folgenden Tagen träumte ich noch öfter schlecht, aber zum Glück nicht noch einmal so realistisch.
Das laufen klappte von Tag zu Tag besser und mit dem Essen fing ich auch wieder an, wenn auch nur wenig.
Jeden Tag kam die Physiotherapie zu mir und massierte mich. Meine Schulter war durch die Lagerung während der OP so verhärtet, ein Stein war/ist nichts dagegen.
Da ich noch immer die Klammern im Rücken hatte, durfte ich nicht duschen gehen, das Trockenshampoo reichte aber nicht mehr aus und so habe ich meine Mama gebeten, mir meine Haare zu waschen. Wir hätten es filmen müssen, denn beschreiben kann man es nicht. Wir mussten uns in der Dusche jedenfalls beide verrenken aber am Ende hatte ich wenigstens frische Haare.
2 Tage später wurden dann auch meine Klammern gezogen. Zum ersten Mal merkte ich das mein halber Rücken komplett taub ist, bis heute habe ich darin kein Gefühl. Die Ärzte meinten, dass es so bleiben kann, da die Nerven durchtrennt wurden. Am Rücken stört es mich nicht, jedoch ist auch vorne meine linke Brust taub und das ist schon nervig. Sie ist taub und schmerzt dennoch. Es ist ganz komisch.
Naja, das Klammernziehen hat dadurch wie gesagt nicht geschmerzt und ging super schnell. Gleichzeitig wurde auch noch mein letzter Drainageschlauch gezogen, diesmal tat es allerdings gar nicht weh.
Um die 2 Stellen von den Drainageschläuchen hat sich ein richtig schlimmer Ausschlag gebildet. Ich hänge mal ein Foto an, aber vorsicht, es sieht wirklich nicht schön aus.
Während ich auf der normalen Station war, bekam ich noch 2x eine Bronchoskopie gemacht. Eine Anästhestisten meinte, dass ich durch meine große OP und der Not-OP nun zu einer Risikogruppe für die Narkose zähle, dies machte mir natürlich wieder Sorgen. Die Chirurgen konnten mich aber beruhigen und meinten das sei nur eine Einteilung und mir würde nichts passieren.
Beide Untersuchungen verliefen super, innerlich verheilte alles grandios.
Ich sollte noch über das Wochenende im Krankenhaus bleiben und montags entlassen werden. Als ich davon hörte, war ich nicht begeistert, jeder andere hätte sich gefreut aber mein Inneres sagte mir das es noch nicht an der Zeit war nach Hause zu gehen. Dennoch wurde ich an dem Montag entlassen, was sich als Fehler herausstellte……..

geplatzte Vene

Narbe nach Lungenoperation

Narbe nach Drainage

  1. Mein Güte, ich habe gerade Deinen gesamten Bericht gelesen. In solchen Momenten bin ich so unendlich dankbar gesund zu sein. Eine Krebserkrankung ist das schlimmste, was ich mir vorstellen kann und ich habe eine solche Angst davor, selber zu erkranken. Ich hoffe dies wird niemals eintreten.

    Ich wünsche Dir, dass Du wieder richtig gesund wirst und Dein Leben weiterhin in vollen Zügen genießen kannst.

    Liebe Grüße
    Ilona

    • Für mich war es auch immer das schlimmste und dennoch ist es passiert. Niemand ist sicher und es kann einfach jeden treffen, egal wie man lebt.

  2. Ich hasse draingen auch, meine wurden immer unter kurz narkose gezogen, darauf hatte ich bestanden, jedoch wurde das loch offen gelassen und nicht genäht . alles gute weiterhin und stark bleiben. Wir krebskranke müssen doch zusammenhalten !

  3. Ich habe gerade deine ganze Geschichte gelesen und es hat mich ziemlich mitgenommen! Unvorstellbar was du alles durchmachen musstest/musst! Ich hoffe dir geht es jetzt besser! Ich wünsche dir ganz viel Kraft und einen guten Heilungsweg!
    Liebe Grüße Maren

  4. Ich habe mir gerade die ganzen Geschichten durchgelesen. Ich finde es echt sehr interessant, mal aus der perspektive einer wirklichen Erkrankten zu lesen (und nicht immer nur von Autoren oder Ärzten). Ich wünsche dir noch ganz viel Glück und alles gute!
    Lg Denise <3

  5. Ich wünsche dir ganz viel Kraft für deinen Weg.
    Es tut mir so leid für dich und hoffe dass es gut ausgehen wird.
    Liebe grüße paula

  6. dankeschön 🙂
    Ja, ich liebe Ikea 😀
    Grüsse ♥

  7. Hallo, ich habe gerade all Deine posts zu Deiner Krebserkrankung gelesen und musste erstmal richtig heulen! Ich wünsch Dir alles alles Gute, dass Du das alles gut wegsteckst und nur noch in die Zukunft gucken kannst!!! Liebe Grüße aus Hamburg, Astrid

  8. Ich habe jetzt alles in einem Rutsch durchgelesen…himmel Süße, da hast du echt die Hölle erlebt!!!! Ich hoffe es geht dir jetzt besser!!!!!
    Das mit den Nachtschwestern kenne ich. Als ich meine OP hatte (große Zyste und ein Eierstock mussten raus) bin ich nachts aufs Klo gegangen und beim pinkeln ohnmächtig vom Klo gefallen. Das doofe Teil war aber auch verdammt hoch angebracht. Jedenfalls bin ich nachdem man mich ins Bett geschliffen und versogt hat nen paar Stunden später aufgewacht und musste sooo dringend. Bei ner Unterleibsop kann man auch gar nix halten. Ich klingelte und klingelte und klingelte und die Schwester kam irgendwann nach langer zeit erst gemütlich reingeschländert. Hat mich auf der Bettpfanne sitzen gelassen und es kam nix. Ich meinte das klappt nur auf dem Klo. Die hat dann allen Ernstes ne Viertelstunde gebraucht die Bettpfanne wegzubringen und mir zum Bad zu helfen. In der Zeit bin ich ganz vorsichtig selber hin geschlichen. Dann hat se mich flüsternd "angeschrien" dass ich hätte warten sollen abe rich bin fast geplatzt.
    Sehr schön sind auch Schwestern die einem die Thrombosespritze mit schmackes reinhauen. Ich hoffe bei dir war wenigstens das angenehm?
    Deine Naht sieht übrigens sehr sehr gut aus, da hat der Doc super Arbeit geleistet. Ich kann dir zur Pflege der Narbe Lindofluid sehr empfehlen. Das benutze ich gerade für meine 15 cm Narbe am Rücken. Das hilft bei der Durchblutung und dass die Narbe schön weich bleibt. Sonst ist es sehr unangenehm wenn sie verhärtet.
    Ich bin irgendwie noch so überwältigt von deiner Geschichte, mehr fällt mir nicht ein zu komentieren. Ich drück dich mal gaaaanz dolle und hoffe alles wird und bleibt gut!!!! <3 <3 <3

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.