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Mein Krankenhausaufenthalt Teil 7

Mein Krankenhausaufenthalt Teil 7

Ich wurde also entlassen, meine OP war zu dieser Zeit 12 Tage her. Wie gesagt wollte ich noch nicht nach Hause, mein Inneres wehrte sich dagegen. Zu Hause war dann aber alles sehr schön. Ich habe meine Oma besucht, war Eis essen etc.! Auch nachts konnte ich relativ gut schlafen und von den Schmerzmitteln benötigte ich immer weniger.
Donnerstags ging es dann los, mein Herz fing an zu holpern. Zuerst konnte ich es nicht zuordnen und machte mir keine großen Sorgen. Es wurde aber immer heftiger und mein Körper geriet in Panik. Mein Herz schlug immer für einige Sekunden bis in den Hals, ich spürte jeden Schlag. Karfreitag sind wir dann wieder in die HSK gefahren, das ganze war uns doch zu unsicher. In der Notaufnahme wurden sofort die Vitalwerte überprüft und ich musste zum Röntgen sowie zum EKG. Auch haben die Schwestern versucht mir Blut abzunehmen. Nach dem sechsten mal stechen hat es dann funktioniert.
Nach unklaren Blutwerten musste ich an diesem Abend dann auch noch ins CT um eine Lungenembolie auszuschließen. Zum Glück war da alles in Ordnung. Auf dem EKG war auch nichts zu sehen, aber man sieht wohl auch erst etwas, während die Symptome auftreten.
Ich kam dann auf die normale Station, an mein Bett wurde schon das EKG-Gerät gestellt. Mir wurde gesagt, dass ich schnell Bescheid geben solle, wenn die Beschwerden wieder auftreten. Dies dauerte zum Glück keine 10 Minuten. Das EKG wurde geschrieben und siehe da, Herzrhythmusstörungen!
Was nun folgte, war mir alles andere als bewusst. Die Ärztin meinte, dass ich auf die Überwachungsstation verlegt werde, da ich am Monitor überwacht werden müsse. Ich hätte heulen können, bitte nicht auf diese Horrorstation mit der blöden Nachtschwester. Nun ja, ich kam natürlich trotz Bitten und betteln nicht drum herum. Auf der Überwachungsstation habe ich dann Betablocker intravenös bekommen. Die hoppeler hatte ich die nächsten Tage dennoch. Die kommenden Tage wurde ich mit Medikamenten eingestellt und mit Magenschutz versorgt, da ich zu allem Überfluss noch eine Magenschleimhautentzündung bekommen habe.
Ich war schon wieder total fertig, ich wollte aufstehen und laufen doch ich durfte die Station nicht verlassen. Die Schwestern haben mir allerdings gezeigt, wie ich mich selbst vom
Monitor entkabeln kann, damit ich auf die Toilette gehen kann, ohne jedes Mal
klingeln zu müssen. Das war schon eine große Hilfe.
In diesen Tagen musste ich oft an meinen Traum denken, der Traum in dem mein Herz aussetzte und ich wiederbelebt werden musste. War das damals schon ein Zeichen, das ich auf mein Herz aufpassen sollte? Wollte ich deswegen nicht nach Hause?
Da die Herzrhythmusstörungen nicht komplett verschwanden, stand dienstags wieder eine Bronchoskopie auf dem Programm. Langsam reichte es mir, ich wollte doch nur gesund werden.
Der einzige Lichtblick war es, dass ich wieder auf die normale Station durfte und nach der Bronchoskopie nach Hause sollte, falls dort alles in Ordnung sei. 3,5 Tage reichten mir auch auf der Wachstation. Das Personal war diesmal zwar nett, dennoch machte mir die Lautstärke dort zu schaffen.
Dienstags wurden mir dann morgens noch die Fäden von den Drainageschläuchen gezogen, das tat gar nicht weh. Um 14 Uhr wurde ich dann in den OP geschoben. Mir war schon schlecht vor Hunger und ich hatte Kopfschmerzen vor Durst. Leider war ich die Letzte auf dem OP-Plan. Nach der Narkose wachte ich wie immer im Wachraum auf. Ich war viel benommener als die Male zuvor. Mit dem Pflegepersonal unterhielt ich mich noch über den Kaffee auf der Station – keine Ahnung wie wir darauf kamen – als auch schon der Fahrdienst kam, der mich wieder aufs Zimmer brachte. Dieser Typ fragte mich in meinem Zustand doch allen Ernstes ob ich in ein paar Stunden mit ihm einen Kaffee trinken gehe. Mir fehlten die Worte. Ich war nicht mal richtig wach und dann so was. Manche Menschen sind einfach zu dreist. Naja, zumindest war bei der Bronchoskopie alles super. Die Ärztin meinte, das die Naht aussehen würde als wäre ich so zur Welt gekommen. Das ist doch mal was. Ich war dann wieder auf meinem Zimmer und bekam Besuch, eigentlich ging es mir nach so einer Narkose immer super, doch diesmal war es anders. Mir war stundenlang übel und ich musste brechen, das war echt nicht schön. Am späten Abend beruhigte sich das Ganze und ich konnte endlich schlafen.
Mittwochs, nachdem ich noch im Fahrstuhl stecken geblieben bin, wurde ich dann entlassen, diesmal war mein inneres Gefühl um einiges positiver. Ich freute mich richtig auf daheim.
Meine Rhythmusstörungen kamen/kommen dann wirklich noch von der OP, alles Schlimmere wurde ausgeschlossen.
Die nächsten Wochen muss ich noch Betablocker sowie Magenschutz nehmen aber dann sollte auch das wieder gut sein…

Lungentumor

Narbe nach Drainage


  1. "…. nd dann sollte auch alles wieder gut sein". So hoffe ich doch, dass alles wieder gut sein wird auf Dauer. Alles alles Gute weiterhin!

  2. Ich habe in den letzten Tagen immer wieder deine Geschichte durchgelesen und wünsche dir alles Gute für deine Zukunft! Deinen Blog habe ich ja "vorher" auch schon gelesen! Ich hoffe dir geht es bald besser und du kannst wieder ein angenehmes Leben führen!

    Viele Grüße,
    Verena von whoismocca.com
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  3. Ich habe in den letzten Tagen immer wieder deine Geschichte durchgelesen und wünsche dir alles Gute für deine Zukunft! Deinen Blog habe ich ja "vorher" auch schon gelesen! Ich hoffe dir geht es bald besser und du kannst wieder ein angenehmes Leben führen!

    Viele Grüße,
    Verena von whoismocca.com

  4. Oh man, ich wünsche dir echt von Herzen alles Gute und dass sich alles zum positiven wendet. Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

    • Ich finde es hatte ja schon ein recht positives Ende, zumindest fùr diese Erkrankung 😉

  5. Ich habe mir deine Geschichte gerade durchgelesen und bin wirklich geschockt. Es ist einfach so krass.., diese Erkrankung, und die Vorstellung, was du und deine Familie durchmachen musstest. Was alle Menschen durchmachen müssen, die derart erkranken. Du bist eine Kämpferin! Meinen Respekt dafür!
    Ich wünsche dir wirklich alles, alles gute, ganz viel Kraft und Glück und, ja, einfach das beste!

  6. Liebe Natalie,
    ich muss gerade erst einmal tief durchatmen.
    Ich habe mir alle Posts durchgelesen und bin wirklich baff.
    Du bist so stark und hast diese Erkrankung so toll bekämpft!
    Ich wünnsche dir alles erdenklich gute und hoffe, dass es dir wieder besser geht.

    Liebe Grüße Anni

    • natalieorlob

      2 September

      Danke liebe Anni, das ist lieb von dir. Ja mir geht es wieder gut und ich hoffe sehr das es auch so bleibt 🙂

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