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Schwarz/Weiß Künstler und die Sache mit der Empath...

Schwarz/Weiß Künstler und die Sache mit der Empathie

Wenn Radiologen mal wieder nur schwarz/weiß sehen, heißt es für mich: RUHE BEWAHREN!

Ich hatte euch ja berichtet, dass meine Nachsorge gut verlaufen ist. Letzte Woche bin ich wegen Husten zum Arzt gegangen und nichts ahnend reichte er mir einen Zettel, auf dem die Beurteilung von meinem CT stand. Ich laß Worte wie Resttumor, Kontrolle in spätestens 6 Wochen etc.!
RESTTUMOR??? Davon war doch nie die Rede, die Chirurgen sagten mir doch, dass alles super sei? Ich verstand für kurze Zeit die Welt nicht mehr, blieb aber ruhig. Die Thorax Chirurgen haben schließlich mein vollstes Vertrauen und laut dem ersten CT-Befund hatte ich sowieso keinen Tumor, sondern “nur” Tuberkulose. So viel zum Thema Befunde von Radiologen.
Nun ja, dennoch wollte ich es genauer wissen und griff zum Hörer. In der Thorax Chirurgie konnte man sich das auch nicht erklären und deswegen rief ich schließlich bei den Radiologen an.

Am Telefon:
Natalie: Guten Tag, ich hätte da mal eine Frage wegen meinem Befund.
Dame XY: Was wollen sie denn wissen, klären sie das mit ihrem Hausarzt.
Natalie: Ja, mein Hausarzt ist genauso verwirrt wie ich, weil ihr Schreiben mit meinem Entlassungsbefund nicht annährend was zutun hat.
Dame XY: Ich diskutiere nicht mit ihnen.
Natalie: Ich möchte auch nicht diskutieren, sondern nur eine Antwort, nach welchem Schreiben ich mich richten soll.
Dame XY: Das weiß ich doch nicht, sagen sie ihrem Hausarzt er soll hier anrufen denn mit ihnen diskutieren wir nicht. Ihr Arzt kann mit einem Radiologen diskutieren wenn er unsere Beurteilungen infrage stellt.
Natalie: Es geht nicht um diskutieren, aber vielen Dank für ihr höfliches entgegenkommen, nur weil sie keine Ahnung haben müssen sie noch lange nicht so unfreundlich werden.
Aufgelegt!!!!

Ich habe meinem Hausarzt dann alles übergeben, heute kam die Antwort, dass alles in Ordnung sei und ich mich an den Befund der Chirurgen halten soll.
Ich wusste ja das ich eigentlich nichts zu befürchten hatte, dennoch habe ich mich tierisch aufgeregt. Was wäre gewesen, wenn ich diesen Befund ernst genommen hätte? Ich wäre wieder völlig am Boden gewesen. Und warum? Wegen nichts!!! Ich bin so dankbar das ich die Dinge mittlerweile zumindest hin und wieder gelassen sehen kann.

Fazit:
Radiologen sind für mich schwarz/weiß Künstler, die nie einen Patienten zu Gesicht bekommen. Das Einfühlungsvermögen ist deswegen nicht vorhanden! Wie denn auch? Sie sehen ja jeden Tag nur Bilder und das auch noch ohne Farbe. Ich mache ihnen keinen Vorwurf, dass sie Dinge falsch erkennen, es sieht vermutlich alles fast gleich aus, aber ich finde Radiologen sollten sich in ihren Beurteilungen nie über einen Chirurgen stellen, der den Körper und sein Fachgebiet dann doch etwas besser kennt.
Auch finde ich das man bei solchen Diagnosen persönlich mit dem Patienten sprechen sollte und das weitere Vorgehen einleiten müsste. Aber nein, sie machen Bilder, schreiben Beurteilungen und stellen dann noch unfreundliches Personal ein. Für mich gibt es hierfür einen fetten Daumen nach unten!

Sorry Leute, aber ich musste dem einfach mal Luft machen.

Erfahrungen mit Radiologen

Schwarz/weiß ist scheiße, setzt die Brille auf für Farbe in eurem Kopf!!!


  1. Das war gut dass Du das dokumentiert hast. Es kann anderen ja auch so ergehen und nicht jeder ist so stabil wie Du und lässt sich verrückt machen. Ich finde es gut! Daumen hoch für Dich! Weiterhin alles Gute von mir!

  2. Sarah

    28 Juli

    Liebe Natalie,
    es ist furchtbar, dass Ärzte oder Schwestern einen in manchen Situationen als ahnungslosen Patienten einfach so im Stich lassen. Und wenn dann noch jemand dir so an dem Telefon dumm kommt, ist es wohl ganz aus. Was soll das? Kann man nicht höflich miteinander umgehen? Ich finde jedenfalls, dass du die Situation super gemeistert hast. Ruhe bewahren ist wirklich das beste, was man da machen kann und das hast du wirklich mit Bravur getan. Davon kann ich mir glatt eine große Scheibe abschneiden. Weiter so und weiterhin auch alles erdenklich gute für dich!

    Liebste Grüße von mir,
    Sarah

  3. Die Rabenmutti

    20 September

    WOW! Wie mit dir als Krebspatientin umgegangen wird ist unter aller…. Ich verstehe nicht, wie man dich so kalt abweisen konnte. Aber Ähnliches hat mein Vater auch schon erlebt. Als Patient ist man eine Marionette, die von einem zum anderen Spieler gegeben wird und das tun muss, was von einem verlangt wird…das ist so traurig… Ich hoffe nur das Beste für dich und dass du auch in Zukunft negative (also positive) Befunde erhalten wirst…

    Liebe Grüße
    Yasmin
    (Die Rabenmutti)

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