Die zweite Nachsorge

Hi du, ich habe ja versprochen, hin und wieder über meine Nachsorgeuntersuchungen zu berichten.
Meine zweite Krebsnachsorge ist zwar jetzt schon wieder 3 Wochen her, da ich mich aber zu sehr aufgeregt habe, berichte ich erst heute darüber.

Alles hat damit angefangen das ich schon wieder Wochen zuvor sehr aufgeregt war. Als der Tag dann endlich gekommen war, ging es mir nicht so gut und mein Puls raste. Geplant war nur eine Bronchoskopie, ein CT war nicht notwendig. Also sagte ich die ganze Zeit zu mir selbst das es nur Routine ist und alles gut sein wird.
Da diese Krankenhausprozedur immer 3 Tage dauert, ist man natürlich noch aufgeregter, als wenn man direkt am ersten Tag untersucht wird.
1. Tag = Gespräch mit der Anästhesie, Blutabnahme etc.
2. Tag = Bronchoskopie
3. Tag = Abschlussgespräch

Da die Station an diesen Tagen so voll war, durfte ich von dem 1. auf den 2. Tag noch mal nach Hause (natürlich nur auf eigenen Wunsch, denn eigentlich sollte ich auf einer anderen Station untergebracht werden). Das hat mich natürlich sehr gefreut und ich finde, dass es immer so laufen könnte, denn warum soll man denn unnötig im Krankenhaus liegen?
Am nächsten Morgen war ich also um 6:30 dort und wartete bis um 12:30 auf dem Flur, bis ich ein Zimmer zugewiesen bekam. Die Station war immer noch voll.
Auf dem Flur kam dann zwischendurch die Visite vorbei um mich zu fragen, wo ich denn meine ganzen Nachsorgeuntersuchungen mache. Ich habe denke ich geschaut wie ein Auto und geantwortet: “Na hier, deswegen bin ich doch da”.
Die Ärzte meinten, dass die Untersuchungen nicht ausreichend sind und ich auch regelmäßig einen Ultraschall von der Leber etc. machen muss, um auszuschließen das dort keine Metastasen vorhanden sind.
Ich war echt sauer, denn vor einem halben Jahr hieß es, dass ich nichts mehr zu befürchten habe, CT und Bronchoskopie völlig ausreichend sind und keine weiteren Untersuchungen und Maßnahmen notwendig erscheinen. Ich habe dem Arzt dann gesagt das davon nie die Rede war und ich auch diesbezüglich nichts Schriftliches in den Arztbriefen stehen habe.
Schnell war er mit der Visite bei mir fertig, entweder weil er wusste, das der Fehler bei der Abteilung liegt oder weil er keine Lust mehr auf meine Fragen hatte.
Um 13:30 wurde ich dann in die OP-Schleuse geschoben und wartete dort noch eine Stunde bis es endlich losging. In dieser Stunde hab ich so viel Ätzendes gehört, was eigentlich nicht für meine Ohren bestimmt war. Überall lief unzufriedenes Personal rum und die Stimmung war grausam. Was war nur aus meinem tollen Krankenhaus geworden, in dem ich mich vor ein paar Monaten noch so gut aufgehoben gefühlt habe?
Nun gut, etwa 14:30 ging es dann los, und da ich die Braunüle mir schon auf der Station habe legen lassen, sollte eigentlich alles schnell gehen, FALSCH GEDACHT:
Die Braunüle saß nicht richtig (kann passieren und ist eigentlich nicht schlimm) und somit lief mir das ganze Narkosemittel in den Arm. Dieser wurde richtig dick und es hat gebrannt so das ich einfach nur noch geschrien und gejammert habe. Eigentlich sollte man nun denken, dass das Pflegepersonal diese Folter gestoppt hätte, aber wieder FALSCH GEDACHT. Die beiden Schwestern haben auf meinem Arm rumgedrückt, wie wenn ich ein Stück Vieh wäre, auf einmal sagte die eine, dass es nun laufen würde, mein Arm war zu dieser Zeit gerade nach oben gestreckt und in dieser Position hätte niemals eine Bronchoskopie stattfinden können. Die andere sagte: “Das können wir nicht machen wenn die Frau Dr…..das sieht. Ich meldete mich dann noch einmal zu Wort in dem ich sagte das jetzt wirklich Schluss ist und sie doch bitte eine neue Nadel legen sollen.
Außerdem muss ich dir auch ehrlich sagen: Ich hatte Angst während der ganzen Geschichte aufzuwachen und das Vertrauen in die Leute war auch nicht mehr vorhanden. Also nicht die besten Voraussetzungen um sich in den Schlaf legen zu lassen.
Eine Schwester gab mir dann als Antwort ich soll mal die Augen zumachenen, gleich werde ich schon einschlafen. Was? Einschlafen mit dem Mittel im Arm statt in der Vene? Mein Arm brannte so sehr, dafür gibt es keinen Ausdruck.
Nach gefühlten Stunden haben sie es dann endlich aufgegeben und eine neue Nadel gelegt. Das war eine Sache von einer Minute und schwupps, lag ich auch schon tief und fest in meinem unwohlen Schlaf.
Als ich aufwachte, lag ich schon wieder in der Schleuse und wurde wenige Minuten später auf mein Zimmer gebracht. Mein Arm schmerzte so sehr das ich mir auf der Station erst mal eine Schmerztablette und einen Kühlakku hab geben lassen.

Nachsorge nach Karzionid

Eigentlich habe ich mit dem Gedanken gespielt mich nach der Untersuchung selbst zu entlassen, aber da ich solche Schmerzen hatte, kam so was nicht mehr infrage.
Nach einer schlaflosen Nacht kamen dann die Ärzte zu mir und haben mir mitgeteilt, dass alles in Ordnung sei und ich nach Hause kann. Auf der einen Seite war ich natürlich total glücklich, auf der anderen Seite aber nach wie vor entsetzt. Ich habe den Ärzten dann die Sache mit meinem Arm erzählt und auch die waren wenig begeistert. Sie haben mich dann zu der Oberärztin von der Anästhesie geschickt, damit sie noch mal drauf schaut. Als ich dort dann auch noch mal 1,5 Stunden warten musste um mir sagen zu lassen, dass das jetzt dauert, man nichts machen kann und es halt blöd gelaufen ist, hat es mir endgültig gereicht. Ich habe meine Sachen genommen und bin fluchtartig aus dem Krankenhaus gestürmt und bis heute bin ich der Meinung, dass ich meine Nachsorgeuntersuchungen wo anders machen lasse, bestenfalls ambulant.
Am 6.2. habe ich nun einen Termin bei einem Onkologen, dieser wird mir ganz genau sagen können, welche Untersuchungen notwendig sind und welche eben nicht.

Oje, jetzt habe ich schon wieder einen Roman geschrieben, obwohl ich nur über 3 Tage meines Lebens berichte, die noch dazu mit viel Wartezeit verbunden waren.


  1. Alicia

    27 Januar

    oje das ist wirklich ne blöde geschichte!
    meine mutter hatte letztes jahr auch krebs, zum glück jetzt alles soweit überstanden. das was du da schilderst was im kh abgeht ist leider kein einzelfall. meiner mutter geht es genauso und das ist echt total überflüssig wenn man eh schon genug sorgen hat mit der eigenen gesundheit! ich wünsch dir noch viel kraft und vor allem gesundheit für die zukunft! lg

    • Ja wie du schon sagst ist es leider kein Einzelfall. Das Krankenhaus wo ich immer bin, war bis vor kurzem aber echt super und ich habe den Menschen dort vertraut und mich gut aufgehoben gefühlt. Nun hat der Besitzer gewechselt und schwupps, alles vorbei…

  2. Gott du Arme, das hört sich ja extrem an. Das mit den Krankenhäusern ist bei uns auch so. Zu wenig Personal, zu viele Arbeitsstunden und und und lassen schnell mal den Nettesten mürrisch werden. Aber das sie nicht neu gestochen haben, Schweinerei!
    Hoffe du hast das nächste Mal nicht so ein Pech und es passt alles – vom Personal her.
    Liebe Grüße und alles Gute Tanja

  3. Sarah

    28 Januar

    Oje, das ist ja eine Horrorgeschichte und gibt echt Vertrauen in unsere Ärzte und Krankenhäuser. Ich hoffe doch sehr, dass es für dich in Zukunft wieder besser abläuft. Aber die Hauptsache ist, dass alles in Ordnung ist. Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Gesundheit !!!
    Liebe Grüße Sarah

  4. Ich würde das Ganze an deiner Stelle auch unbedingt nochmal der Krankenkasse mitteilen, denn auch wenn die Arbeitsbedingungen in unseren Krankenhäusern wirklich beschissen sind, ist das noch lange kein Grund, das an den Patienten auszulassen. Sowas ist einfach unprofessionel und vor allem grenzt das ja mit der Braunüle ja schon an Körperverletzung.
    Ich hoffe, bei dem Onkologen bist du wieder besser aufgehoben.
    Alles Gute!
    Joa

    • Meinst du das würde was bringen das der Krankenkasse zu melden? Ich habe fast die befürchtung das es nichts bringt und vorallem ist es ja jetzt schon ein paar Tage her…

  5. Das hört sich ja gar nicht gut an..
    Aber ich finde es super, dass du hier so offen über deine Erfahrungen schreibst 🙂

  6. Das hört sich ja schrecklich und schmerzhaft an 🙁
    Wann hat der dicke Arm, also die Betäubung darin denn nachgelassen?
    Ich drücke dir die Daumen für die weiteren Nachuntersuchungen und das du nun für immer Ruhe vor dem Krebs hast!

    Grüsse ♥

    • Bis alles weg war, vergingen knapp 2 Wochen aber das schlimmste war nach einer Woche vorbei 🙂

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