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Positiver Geburtsbericht – Spontangeburt

Positiver Geburtsbericht – Spontangeburt

SpontangeburtGeburtsbericht vom ersten Kind – 48 Stunden Wehen und trotzdem eine Traumgeburt? Ja definitiv.

Solange ich denken kann, habe ich eine Geburt mit höllischen Schmerzen in Verbindung gebracht und hatte immer sehr große Angst davor. Für mich war klar: Werde ich mal schwanger, möchte ich einen Kaiserschnitt! Das kann sicherlich nicht jeder verstehen, denn ein Kaiserschnitt ist im Nachhinein sicherlich auch schmerzhaft. Dennoch hat mir die Vorstellung von einem Kaiserschnitt nie solche Angst bereitet, wie die Vorstellung, dass Kind auf natürlichem Weg zu bekommen.
Die letzten 9 Monate habe ich mich viel mit meinen Ängsten befasst, mit meinem Mann darüber gesprochen und letzten Endes entschieden, dass ich versuche, unsere kleine Maus auf natürlichem Weg zu bekommen.
Im Krankenhaus beim Vorgespräch habe ich auch meine Ängste geäußert und schon alles für eine PDA oder einen Kaiserschnitt ausgefüllt. Ich wollte einfach sicher sein, dass ich diesen bekomme, sollte ich es mir doch anders überlegen.
Der errechnete Geburtstermin rückte also immer näher. Bereits in der 34SSW waren wir im Krankenhaus, weil ich Wehen hatte. Zum Glück hat sich unsere kleine Maus noch Zeit gelassen und die Wehen haben sich noch mal gelegt.
Babybauch BilderVon der 34SSW bis zum errechneten Geburtstermin hatte ich immer mal wieder Wehen, diese sind aber nie regelmäßig geworden.
5 Tage vor dem errechneten Termin bin ich dann zur geburtseinleitenden Akupunktur gegangen. Auch hiermit sind die Wehen nicht regelmäßig geworden.
Am 11. März habe ich gegen Abend dann starke Krämpfe bekommen. Die Wehen kamen alle 20 Minuten. Die nächsten 24 Stunden haben sich die Abstände aber nicht verringert. Am CTG waren übrigens keine Wehen zu erkennen, obwohl ich eindeutig welche hatte.
Am 12. März sind wir dann das erste Mal ins Krankenhaus gefahren. Der Muttermund war allerdings noch verschlossen und wir durften noch mal nach Hause. Die Wehenabstände waren immer noch nicht kürzer geworden. Am 12. März gegen Abend hatte ich dann alle 10 Minuten Wehen. Ich dachte, dass es jetzt sicherlich losgehen wird und die Abstände schnell kürzer werden. Sobald die Wehen alle 5 Minuten kommen, sollten wir uns wieder auf den Weg ins Krankenhaus machen.
Am Morgen des 13. März waren die Wehenabstände noch immer nicht kürzer. Ich hatte noch mal einen Termin bei der Hebamme. Auf dem CTG waren wieder keine Wehen zu sehen.
Ab diesem Zeitpunkt hatte ich wirklich Angst, dass die Schmerzen die ich hatte, gar keine Wehen waren, denn warum hat das CTG diese nicht aufgezeichnet?CTG Wehen

Meine Hebamme hat mir dann ein Entspannungsbad empfohlen und die Einnahme von einem Zäpfchen. In der Hoffnung endlich mal ein wenig Schlaf zu bekommen, habe ich das auch gemacht. Entspannung und Schlaf folgte darauf zwar nicht, dafür heftige Wehen im Abstand von 2 Minuten. Mit leichter Panik in der Stimme sagte ich also zu meinem Mann: “Wir müssen schnell ins Krankenhaus, die Wehen kommen alle 2 Minuten.”
Spontangeburt PDA

Nach 40 Minuten haben wir dann das Krankenhaus erreicht, das CTG zeigte noch immer keine Wehen an, dafür war der Muttermund 4 cm geöffnet. Die Hebamme vor Ort hat mir dann versichert, dass es sich mit Sicherheit um Wehen handelt, das CTG diese aber nicht immer erfasst und das ich gar nicht mehr auf das Gerät achten soll.
Zeitgleich kam die Oberärztin und ich weiß noch, dass ich zu ihr sagte: “Kaiserschnitt, bitte jetzt sofort.”
Sie hat mich dann angesehen und gesagt, dass mein Muttermund schon 4 cm geöffnet ist und wir uns bitte nicht mehr über einen Kaiserschnitt unterhalten, dass ich ihnen vertrauen soll und den Kaiserschnitt bereuen würde. Da ich wusste, dass meine Schmerzen die letzten Stunden nicht umsonst waren und ich schon weit gekommen bin, habe ich mich auch ziemlich schnell wieder vom Kaiserschnitt abbringen lassen. Dennoch hat sie mir die PDA und zahlreiche weitere Schmerzmittel angeboten. Zur PDA habe ich dann auch nach einiger Zeit Ja gesagt.Erfahrungen PDA
Warum wollte ich zu diesem Zeitpunkt eine PDA? Nicht unbedingt deshalb, weil die Schmerzen nicht mehr aushaltbar waren, vielmehr aus Angst, dass die Schmerzen in naher Zukunft noch unerträglich werden. Außerdem war ich naiv zu glauben, dass die PDA mich komplett schmerzfrei macht und ich endlich schlafen kann.

Die PDA wurde dann auch direkt gesetzt. Falls du dich jetzt fragst, ob das schmerzhaft war, kann ich dir nur sagen, dass ich es wirklich überhaupt nicht gespürt habe. Eine Blutentnahme ist definitiv unangenehmer. Die PDA wirkte auch sehr schnell, meine Beine konnte ich auch noch relativ gut bewegen und meine Ängste wurden definitiv auch schlagartig weniger.
Dennoch spürte ich jede Wehe noch sehr deutlich und an Schlafen war natürlich nicht zu denken. Die PDA hatte also kurz gesagt vor allem auf meine Psyche eine positive Wirkung.
1 Stunde nach dem Setzen der PDA wurde ich noch mal untersucht und der Muttermund war bereits 8 cm geöffnet. Eine weitere Stunde später ist meine Fruchtblase geplatzt und nach der Untersuchung sagte die Hebamme zu mir, dass wir jetzt mit dem Pressen anfangen können. Ich war total überrascht, so schnell habe ich wirklich nicht damit gerechnet.
Das CTG zeigte übrigens noch immer keine Wehen an.  Wie viele Presswehen ich hatte, kann ich leider nicht genau beantworten, wir haben nicht mitgezählt, mehr als 10 Stück waren es aber nicht.Geburtsbericht Spontangeburt
Nach 5 Presswehen sagte die Hebamme zur Ärztin, dass ich vielleicht noch mal einen Wehentropf brauche, weil die Wehen unregelmäßiger/schwächer werden. Das Ganze hat mich so motiviert, dass ich im wahrsten Sinne des Wortes wie ein Weltmeister gepresst habe. Ich wollte unter keinen Umständen an den Wehentropf. Nach 2 weiteren Wehen hat die Ärztin gelacht und gesagt: “Sie braucht keinen Tropf.”
Insgesamt war die Phase der Presswehen wirklich die angenehmste Phase. Mit jeder Wehe habe ich gemerkt, wie die Kleine tiefer rutscht. Das Ganze war zwar schmerzhaft aber dennoch ertragbar, gerade weil ich wusste, dass das Ende in Sicht ist. Außerdem ertrug ich das Pressen während der Wehe viel besser als das Veratmen zuvor.
Info: Während den 48 Stunden habe ich bei jeder Wehe in meinem Kopf gesagt: “Es ist ein positiver Schmerz”. Das hat wirklich sehr geholfen. Außerdem konnte ich die Wehen nur im Stehen ertragen, im Liegen ertrug ich den Schmerz gar nicht. Am besten hat mir das Festhalten an einem Seil im Kreißsaal geholfen. 
Nach ca. 10 Presswehen war unser kleines Wunder dann auch “schon” da. Sie wurde mir direkt auf den Bauch gelegt und die Nabelschnur pulsierte aus, bevor sie durchtrennt wurde. Nach kurzer Zeit wurde sie mir dann auch schon zum Stillen angelegt (wir waren in einem stillfreundlichen Krankenhaus). Erst nach dem ersten Kennenlernen wurde sie ganz schnell von der Hebamme gemessen/gewogen.
Ich hatte auch großes Glück, das ich keine Geburtsverletzungen hatte. Nur ein kleiner Riss, der nicht genäht werden musste.
Wir waren dann noch ca. 2 Stunden im Kreißsaal, bevor wir in unser Familienzimmer durften.
Info: Wusstest du, dass die Rückenlage eine ungünstige Geburtsposition für Mutter und Kind ist? Ich nicht. In den Filmen sieht man immer nur, wie eine Frau ihr Kind in Rückenlage bekommt.
Viel besser ist es aber sein Kind im Stehen, in der Hocke oder im Vierfüßlerstand zu bekommen.
Unsere kleine Mila in der Geburtsposition “Seitenlage” zur Welt.

Auf dem Familienzimmer angekommen habe ich die PDA noch einige Stunden in Form eines leichten Kribbelns in den Beinen gespürt. Ich war direkt nach der Geburt komplett schmerzfrei und auch die Nachwehen in den kommenden Tagen waren für mich nicht schmerzhaft.

Ideen Bilder BabybauchHier noch mal kurz unsere Geburt zusammengefasst:

  • ab der 34 SSW Wehen
  • 5 Tage vor errechnetem Termin geburtseinleitende Akupunktur
  • 1 Tag nach ET im 20 Minutentakt Wehen (Dauer 24 Stunden)
  • am zweiten Tag nach ET Wehen alle 10 Minuten (Dauer 18 Stunden)
  • Wehen im 2 Minutentakt/Minutentakt inkl. Presswehen (ca. 6 Stunden)
  • PDA ca. 2,5 Stunden vor Spontangeburt erhalten
  • ca. 10 Presswehen / keine Geburtsverletzungen
  • ca. 4 Tage leichte Nachwehen

 

Wie schmerzhaft war die Geburt für mich?
Schmerzhaft, definitiv. Dennoch habe ich es mir viel viel schlimmer vorgestellt. Viele Frauen sagten zu mir, dass es die schlimmsten Schmerzen ihres Lebens waren. Das kann ich nicht unterschreiben. Die Geburt ist schmerzhaft, das ist sicherlich jedem klar. Dennoch sind die Schmerzen aushaltbar. Ich hatte auch in meinem Leben weitaus schlimmere Schmerzen, zum Beispiel nach meiner Lungenoperation. Gut, nicht jeder hat eine Lungenop in seinem Leben, dennoch würde ich aber auch einen starken Migräneanfall nicht als weniger schmerzhaft einstufen.
Die Angst vor der Geburt war bei mir so enorm, ich denke, hätte ich diese nicht gehabt, wäre ich mit den Schmerzen noch besser umgegangen und hätte durchaus auf die PDA verzichten können.
Dennoch bereue ich nicht, dass ich eine PDA genommen habe. In vielen Berichten die ich gelesen habe, hieß es, dass eine PDA den Geburtsverlauf verlängern kann. Bei mir war das Gegenteil der Fall. Dadurch, dass meine Angst genommen wurde und ich entspannter war, ging es total schnell und der Verlauf wurde eher verkürzt. Das ist aber mit Sicherheit bei jedem anders. Ich möchte damit nur sagen, dass eine PDA nicht automatisch die Geburt verzögert. Jeder sollte entscheiden, ob er die Variante der Schmerzlinderung in Anspruch nimmt oder nicht. Ich habe schon oft gehört/gelesen, dass Frauen verurteilt wurden, wenn sie eine PDA hatten. Das finde ich wirklich nicht richtig. Jeder sollte das machen was er für richtig hält. Und so lange medizinisch nichts dagegen spricht, sollte man auch nicht urteilen/verurteilen. Ich würde zum Beispiel auch keine Frau verurteilen, die ohne medizinischen Grund einen geplanten Kaiserschnitt durchführen lässt. Jede Frau hat das Recht selbst zu entscheiden und das sollte man respektieren.

Wie ist mein Mann mit der Geburt umgegangen?
Er war wirklich toll und hat mich wunderbar unterstützt, in dem er da war und mich dennoch in Ruhe gelassen hat.
Wenn ich Schmerzen habe, möchte ich weder reden, noch eine Hand halten noch sonst irgendwas. Ich möchte einfach für mich sein und dennoch wissen, dass ich nicht allein bin.
Ich bin also keine der Frauen, die ihrem Mann die Hand zerquetscht hat, ganz im Gegenteil, ich wollte wirklich nicht berührt werden.
Während der Geburt wurde er von den Hebammen toll miteinbezogen. Er dufte fühlen, als die Haare sichtbar waren, er hat natürlich die Nabelschnur durchgeschnitten und was mich wirklich überrascht hat, die Plazenta von allen Seiten betrachtet. Ich fand die Plazenta ja schon ein wenig eklig, er hingegen war total fasziniert. Auch bei der U1 hat die Hebamme ihn mit einbezogen. Der Anblick von ihm und der Kleinen war total besonders. Man hat ihm total angesehen, wie glücklich und stolz er ist. Einfach unbeschreiblich.
Für mich war er wirklich eine tolle Unterstützung. Während der Geburt aber auch die Tage zuvor. Wir haben uns auch im Krankenhaus für ein Familienzimmer entschieden. Die ersten Tage wollten wir einfach komplett zusammen verbringen. Ich finde es so enorm wichtig, dass auch der Papa die Möglichkeit erhält, sein Kind kennenzulernen und jede Minute mit dem neuen Erdenbürger verbringen kann. Abgesehen davon ist es auch eine enorme Hilfe, wenn man nicht direkt komplett allein ist. Klar, die Krankenschwestern helfen in der Regel auch und würden das Kind über Nacht in das Kinderzimmer mitnehmen und dort betreuen, das wollten wir aber nicht. Wir wollten das unsere Kleine bei uns ist.
Info: In vielen Krankenhäusern gibt es gar kein Kinderzimmer mehr, wo die Kleinen über Nacht betreut werden könnten. Dies ist gerade bei einem Kaiserschnitt sehr ungünstig, da man hiernach sicherlich mehr auf Hilfe angewiesen ist.
Familienzimmer geburt

Zum Krankenhaus:
Wir haben ein Krankenhaus ohne Kinderklinik gewählt. Uns war es wichtig, ein Krankenhaus zu finden, welches personell gut aufgestellt ist und wo fast eine 1 zu 1 Betreuung möglich ist. Durch meine Ängste wollte ich einfach in kein Krankenhaus, wo 10 Geburten gleichzeitig laufen und das Personal einfach keine Zeit hat. Ich denke nämlich, dass ich dadurch noch mehr Angst bekommen hätte, was sich sicherlich nicht positiv auf die Geburt ausgewirkt hätte.
Unser Krankenhaus war jedenfalls ganz toll. Bereits am Infoabend waren wir von der positiven Ausstrahlung des Personals total überrascht. Man hat einfach durchgängig gemerkt, dass hier noch mit Leidenschaft und aus Berufung gearbeitet wird. Und auch während der Geburt waren die beiden Hebammen, die uns betreut haben super. Sie haben mich toll begleitet und dennoch gemerkt, wenn ich eher meine Ruhe gebraucht habe. Sie haben mir Mut zugesprochen, ohne viele Worte zu verwenden. Sie haben uns den Kreißsaal nutzen lassen, wie wir es für richtig gehalten haben und uns Hilfestellungen im richtigen Moment gegeben. Das kann sicherlich nicht jeder.
Auch auf der Wöchnerinnenstation war es super. Das Personal war so freundlich und liebevoll. Uns hat das wirklich sehr überrascht.
Natürlich haben wir uns auch im Vorfeld informiert, wie mit Notfällen umgegangen wird. Das Krankenhaus ist auch ohne Kinderklinik gut gerüstet, einzig eine Intensivstation für Babys gibt es nicht. Hätte unsere Mila in eine Kinderklinik gemusst, wäre ich aber mittransportiert worden, was auch nicht in jedem Krankenhaus der Fall ist.
Wir hatten uns im Vorfeld noch 3 weitere Krankenhäuser angesehen, eins mit Kinderklinik, und kein Krankenhaus hatte annährend einen so positiven Eindruck auf uns gemacht.

Geburtsbericht

Jetzt ist unser kleiner Engel schon fast 4Wochen bei uns und wir könnten nicht glücklicher sein. Noch immer könnten wir sie den ganzen Tag nur anstarren. Es ist einfach immer noch unfassbar und ein bisschen unwirklich das wir nun zu dritt sind. Unsere kleine Mila bereichert unser Leben jedenfalls jeden Tag und wir möchten sie auf keinen Fall mehr missen.


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